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Bericht Nummer 10, bald wieder daheim…

Wie nicht anders zu erwarten, ist es mit Banos leider nichts geworden… Canoa macht einen einfach ruhig... viel zu ruhig… Der Gedanke an Rucksack packen und wieder weiter reisen, gefiel mir von Tag zu Tag weniger. Eigentlich schade, aber ich habe es nicht bereut!!!

Celine hat spontan ihren Rückflug am Montag „verpasst“. Nun fliegt sie mit mir zurück nach München. Die Sache mit dem Flug einfach verpassen (weil gar nicht erst zum Flughafen aufbrechen) ist für mich durchaus ebenfalls eine ernsthafte Option gewesen, aber ich bin  vernünftig und lasse das Schicksal entscheiden bzw. hoffe auf ein kleines Erdbeben, Vulkanausbrüche oder ähnliches…;-)

Canoa ist ein verschlafenes kleines Dorf mit nichts außer Surfen und traumhaftem Strand. Und es ist ruhig. Jeder ist total entspannt und man kennt schnell irgendwie jeden bzw. jeder kennt einen. Das ist manchmal ganz schön, aber wie in jedem Dorf, weiß auch schnell jeder von einem Bescheid. Nichts bliebt in Canoa unbemerkt!!! Es wird mir sehr fehlen, den ganzen Tag am Meer zu sein, die Sonne, das Essen, die Menschen,… und v.a. die komplette Stressfreiheit!!! Das Arbeiten hat dort zwar wirklich niemand erfunden und manchmal kommt dann doch die „Deutsche“ in mir hoch und ist mehr als genervt, aber so ganz unrecht haben die dort alle schon nicht. Mir ist es wirklich mehr als schwer gefallen zu gehen und würde so gerne wieder zurück… Celine hat einen Flug für den 30.12. nach Quito. Ich schließe für mich nichts aus. Es gibt dort 2 Ärzte in Canoa und in Bahia auch eine recht große Klinik. Irgendwie müsste ich ja mein Nichtstun rechtfertigen.

Der Nachtbus von Canoa nach Quito war super, bzw. habe ich alles verschlafen. Hatte aber auch einiges an Schlaf nachzuholen. Danach sind wir bei den Mädels in meiner ersten Wohnung in Quito eingefallen, dann noch kurz in die Stadt, dann zu Schule und dann…

 

Mein Fazit von Ecuador ist…

Es war viel zu kurz! Ja, 6 Wochen sind nicht viel und das nervt mich momentan am meisten. Aber ich bin trotzdem wirklich mehr als zufrieden. Ich kann momentan noch gar nicht sagen, was für mich im Nachhinein das Beste gewesen ist. Jeder Abschnitt war auf seine Weise einzigartig. Zurückkommen würde ich allerdings nur nach Canoa. Quito ist einfach zu gefährlich, Guayaquil ebenso, Montanita ist irgendwann einfach viel zu viel Chuchaqui und immer zu laut, Galapagos ist eine einmalige Sache und Canoa ist ein Ort, wo ich es auch länger aushalten könnte. Auch wenn ab und zu mal was schief ging, hatte ich auch viel Glück mit allem. Ich wurde nicht ausgeraubt, nicht überfallen und war nur selten in Situationen die mir unheimlich gewesen sind. Unerklärlicher weise war ich nicht einmal krank, hab alles gut vertragen und auch die Höhe in Quito war okay. Bis auf den kaputten Finger als Andenken an Galapagos und einem neuen schiefen blauen Zeh als Andenken an Fiesta in Canoa, komme ich vollständig wieder zurück,  ohne Tattoo, mit gleichem Haarschnitt.  Wofür ich wirklich dankbar bin, ist dass mir auf meiner Reise ein paar tolle Menschen begegnet sind und ich den Großteil mit ihnen zusammen verbringen konnte. Das hat vieles etwas einfacher gemacht und ein paar davon werden für mich auch wenn ich wieder daheim bin sehr gute Freunde bleiben. Cocktail Street in Montanita verbindet einfach...;-)

Ich denke, dass mir die Reise sehr gut getan hat und ich das gebraucht habe. All die wirklich schönen und auch wirklich unschönen Dinge, dich ich sehen konnte, haben mich denke ich ein wenig weiter gebracht. Vieles macht einen sehr nachdenklich und auch manchmal etwas wütend auf einen selbst. Es ist interessant sich selbst hier zuzusehen und zu beobachten wie man auf andere Menschen wirkt und welchen Platz man hier hat. Dieses Land in beeindruckend und es lohnt sich hierher zu reisen. Der Weg von Sonne und Strand bis zu Dschungel oder Vulkan mit Schnee ist nicht weit. Die große Erleuchtung was mal wo aus mir werden soll, habe ich zwar nicht bekommen, aber mich stört das auch alles nicht mehr so sehr. Ich werde mit Sicherheit was gutes für mich finden, das mich glücklich macht und ich Freude daran habe. Wo auch immer das sein wird...

 

Wie schon gesagt, kann ich mich mit dem Gedanken bald wieder daheim zu sein, noch nicht wirklich anfreunden. Dabei stört mich das Wetter an allerwenigsten. Es hat bestimmt mehrere Gründe. Aber ich hoffe sehr, dass sobald ich daheim bin und alle wieder sehe, ein paar Annehmlichkeiten (wie z.B. warmes Wasser) wieder haben werde, ich es auch daheim ganz gut aushalten kann…;-) Naja, und nach der Reise ist vor der Reise!!!

 

Jedenfalls bin ich sehr sehr dankbar für alles…

2.12.11 15:38


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Bericht Nummer 9, Canoa

Nach einer wirklich aufregend Anreise, sind Celine und ich gut in Canoa angekommen. Ist irgendwie ungut, wenn der Bus mitten auf dem Weg in einem Ort beschließt nicht mehr weiter zu fahren und wieder umzudrehen. Warum? Dort war ein Fest und der Fahrer meinte, dass nachdem nur 8 Personen im Bus gewesen sind, sich die Fahrt eigentlich nicht lohnt und es besser wäre zu schauen, ob Leute von dem Fest wieder heim möchten!!! Großartig!!! War natürlich super, da nachdem ich nun weiß, dass wenn man nach der besten Verbindung nach Canoa frägt, man nicht zwingend auch die beste bekommt, sondern die Auskunft lediglich ein „Vorschlag“ ist (somit sind wir eh schon zwar in der richtigen Richtung, aber sehr kompliziert gefahren), ist es noch besser in irgendeinem Dorf zu stehen wovon man nicht mal den Namen weiß!!! Aber wir hatten Glück und wir sind dann weil es dunkel wurde (Nachts ist es rund um Manta einfach noch gefährlicher als Guayaquil ) Taxi gefahren, lang lang Taxi gefahren,… Aber unser Hostel ist schön, wir haben den perfekten Blick von unserem Zimmer auf den Strand. Naja, eigentlich wohnen wir direkt am Strand…;-) SONNE!!! Keine Wolken mehr wie in Montanita!!! Aber es ist ruhig, sehr ruhig, richtig ruhig… Keine Cocktail Street, keine Mojitos Maracuja, Ladies Night besteht nur aus etwa 5 Frauen, usw. Dafür kann ich hier super surfen und so langsam kann man eine Steigerung erkennen. Zudem haben wir hier viele Leute kennen gelernt, die dort leben und sind somit auch ganz gut beschäftigt. Und ich komme ein wenig zum Spanisch lernen/reden. Hier ist einfach alles ruhig, langsam und ich lege langsam ein paar meiner deutschen Eigenschaften ab. „luego“ ist nämlich eine ziemlich genaue Zeitangabe und es funktioniert ganz hervorrangend! Und wenn mal nicht, dann halt „manana“…;-) Internet gibt es nur manchmal, Telefon kann man auch nicht aufladen, Geldautomat ist in der nächsten Stadt.

Die Tage dort nach Galapagos sind wirklich zu schön gewesen. Montanita war wie „heim“ kommen und es war toll mit den wunderbaren Menschen in diesem verrückten Örtchen noch ein paar Tage zu verbringen. Wie hatten sogar 1,5 Tage ein wenig Sonne!!! Sonst ist es leider immer bewölkt gewesen. Montanita war in jeder Hinsicht einzigartig!!! Abgesehen von dem Ort an sich, habe war unsere „Gruppe“ einfach nicht zu übertreffen! Wir hatten so viel Spaß zusammen und ich hätte die alle gerne mitgenommen nach Canoa. Wer es hören will, ich habe viele lustige Geschichten aus Montanita zu erzählen. Das Nachtleben ist nicht zu übertreffen und am nächsten Vormittag im Whirpool gemeinsam sein „Chuchaqui“ zu bekämpfen, ist wirklich angenehm. Ja der Abschied war wirklich schwer… sehr schwer sogar… bei uns sind auch ein paar Tränchen geflossen…

 

Wie lange ich noch in Canoa bleiben werde, weiß ich noch nicht. Wollte eigentlich am Montag nach Banos, aber ich kann mich momentan noch nicht dazu aufraffen. Mal sehen, immer mit der Ruhe,… Momentan kann ich mir jedenfalls noch nicht vorstellen Canoa zu verlassen.  Falls sich irgendein Vulkan dazu entschließen würde ein wenig aktiv zu werden und man nicht fliegen könnte, ich hätte nichts dagegen! Falls dem nicht so sein sollte, werde ich wohl oder übel in einer Woche wieder zurück in die Realität müssen.

 

Wünsche allerseits ein tolles Wochenende!!!

25.11.11 19:49


Bericht Nummer 8, G A L A P A G O S ! ! !

Für diejenigen, die einfach nur schnell wissen möchten, ob alles gut ging und wie es war: es war großartig!!!

 

Für alle anderen, die es gerne etwas ausführlicher möchten…:

 

Meine größte Angst war eigentlich den Bus von Montanita nach Guayaquil zu verpassen. Abfahrt 4.45 Uhr. Zu früh. Ich hatte am Abend zuvor unserem Nachtwächter davon erzählt und ihm noch gesagt, dass ich ihm dann hoffentlich gegen 4.20 Uhr den Schlüssel geben werde. Am Freitagmorgen um 4.00 Uhr hat es dann an meiner Tür geklopft und er stand draußen um mich zu wecken damit ich nicht verschlafe. Das war wirklich toll!!! Ich weiß nicht, wie das ohne ihn gelaufen wäre…;-)

 

Busfahrt, Flug, usw. hat super funktioniert. Virginia saß auch brav schon im Flieger aus Quito und hat mich somit abgeholt. Am Flughafenauf Galapagos haben wir dann auch den einen Teil unserer Mitreisenden getroffen. Zwei Mädels/Frauen aus good old Alemania, eine Australierin, einen Iren, einen Herrn aus den USA. Nach Busfahrt, Fähre, Taxifahrt sind wir dann am Hafen unseres Luxusdampfers auch schon angekommen. Dort haben wir dann den Rest der Truppe kennengelernt. Falls jemand das Buch „Hummeldumm“ kennt, der kann sich dann so in etwa vielleicht vorstellen, was uns zwei die letzten Tage so wiederfahren ist, bzw. angetan wurde. Der Rest der Truppe war nämlich eine Familie, Kanadier, eine pubertierende arrogante Göre, eine superschlauer 12 jähriger und als Krönung der Schöpfung, mein ganz besonderer Liebling, „Kilan“, die mit Abstand wohl größte 7 jährige Nervensäge, die mir jemals begegnet ist.  Ich bin ja wirklich tolerant, aber dieses hyperaktive ADHS Kind… Ich könnte nun ewig über dieses Grauen schreiben, aber es gibt wichtigeres zu berichten!!!

Unser Schiff/Katamaran war wie erwartet nicht so besonders groß. Leider hatten wir etwas Pech mit der Kabinenzuteilung (jung und klein, bekommt auch kleine Kabine) und konnten somit in unserem Zimmerchen nicht stehen. Aber wir können nun alles in gebückter Haltung und ich muss sagen, man gewöhnt sich dran. Insgesamt haben 12 Passagiere auf dem Schiff Platz, plus Kapitän, plus, Koch, plus Guide und plus „Mädchen für alles“. Da kann es schon mal eng werden..;-) Aber ich war wirklich mit allem sehr zufrieden. Essen war phantastisch. Ob es daran liegt, dass ich mittlerweile nun wirklich keine Ansprüche mehr habe, oder daran, dass bei dem Anblick von Spaghetti nicht glücklicher sein könnte, weiß ich nicht. Jedenfalls gab es neben dem Klassiker Suppe, Huhn, Reis, Koriander durchaus mal was anderes.

Unser Guide, Pato, hat sich die größte Mühe gegeben, dass alles gut funktioniert. Neben den 7 „normalen“ Passagieren musste ja auch noch die „Familiy“ zusammengehalten werden. Der arme Kerl… Pato hat uns jeden Abend die Aktivitäten für den nächsten Tag berichtet und er hat wirklich nie übertrieben.

Am ersten Tag sind wir noch rund um San Cristobal gewesen und haben dort auf der Insel einen Rundgang gemacht. Der Weg hat uns neben vielen schwarzen Iguanas zu einer Felsenschlucht geführt, in der wir dann auch das erste Mal baden und schnorcheln konnten. Nicht super aufregend, aber ein netter Start. Pato hat viel über die Entstehung, warum und wieso das hier alles so ist… erzählt. Ich fand es sehr interessant und es ist nicht so schlecht zu wissen, warum der Stein schwarz ist und das Tier darauf ebenso. Am Abend sind wir dann das erste Mal „in See“ gestochen. Eine sehr wackelige Angelegenheit übrigens. Aber ich lag in meinem Bett und zusammen mit dem monotonen Motorengeräusch, war das das Beste für mich zum einschlafen. Es war so schön!!!

Tag 2: Ankunft Isla Isabella. Auf dem Weg zum vom Schiff zum Hafen habe ich meinen ersten Seelöwen gesehen!!! JAAA!!! Er schwamm immer neben und unter dem Boot entlang. Am Hafen haben sich dann seine Freunde schon entspannt am  Steg oder auf geparkten Booten gesonnt. Stress haben die wirklich nicht… Zwischendurch gähnt oder nießt mal einer, aber ansonsten lassen die sich durch nichts stören. Beneidenswert… Dann gings mit dem Taxi ein Stück in Richtung Insel-Mitte und dann kam das, worauf ich mich im Vorfeld schon so gefreut hatte: REITEN ! ! ! Rauf aufs Caballo und los in Richtung „Volcan Sierra Negra“. Bei Regen und Nebel sind wir gestartet und oben angekommen durfte ich meinen ersten Sonnenbrand in Empfang nehmen. Wie das dort mit den Klimazonen alles so genau funktioniert, habe ich bei Patos Spanglisch nicht ganz verstanden, aber ich finde es sehr beeindruckend. Ziel war der (laut Pato) zweitgrößte Vulkankrater der Welt. Er ist einfach riesig!!! Dank Pato weiß ich nun auch, dass schwarzer Stein, nicht gleich schwarzer Stein gibt, sondern dass es da Unterschiede gibt. Und ich muss zugeben, es ist schon verdammt interessant… Ich muss mich da mal noch genauer damit beschäftigen. Zurück ging es dann auch wieder hoch zu Ross und nachdem ich diesmal alles Erdenkliche versucht habe, so weit wie nur möglich von „Kilan“ fern zu bleiben, hatte ich auch eine wunderschöne Zeit. Ich dachte ja erst, dass mein Pferdchen etwas genervt von allem ist, weil es immer so grimmig geschaut hat, aber als ich dann meine Freiheit von dem Nervkind damit besiegelt habe, in dem ich mein Pferdchen dazu ermutigt habe, mal etwas schneller zu werden, blühte es richtig auf!!! Einmal richtig Gas geben hat uns beiden wirklich gut getan. Angeblich können die Pferde hier 3 Tage ohne Wasser auskommen! Ich wollte auch brav meinen Apfel mit meinem Pferd teilen, aber es wollte nicht. Grund: sie kennen das nicht und essen keine Äpfel! Am Nachmittag ging es dann auf derselben Insel zu einer Lagune zum Schnorcheln, bunte Fische suchen. Ich hatte mir davor noch eine Kamera für unter Wasser gekauft. Ich bin so schön geschnorchelt und habe auch wirklich unglaublich schöne, außergewöhnliche und bunte Fische gesehen. Eigentlich sollte ich wissen, was ich da gesehen hatte, aber als Pato von den Fischen erzählt hat, war ich damit beschäftigt ohne auf die Nase zu fallen mit den Flossen Richtung Steg zu kommen…;-) Aus irgendwelchen Gründen sind die Tiere hier einfach alle super entspannt. Inkl. der Fische. Es interessiert sie kein bisserl, dass ich der deutsche Touri versucht sie aufs Foto zu bekommen. Da ich mich zwar noch daran erinnern kann, wie das Leben ohne Digitalkamera war, aber nicht mehr damit umgehen kann, dass man nicht einfach mal „alles“ fotografieren kann und sich bei 27 Bildern der Unterwasserkamera einschränken sollte, hatte ich mit erschrecken feststellen müssen, dass ich nun 20 Mal Fische habe, aber nur noch 7 für den Rest. Sehr dumm von mir. Pato hat dann versucht auf der Insel zu erfragen, ob es hier solche Kameras zu kaufen gibt. Die Antworten sind unterschiedlich gewesen. Aber Pato hat dann einen seiner Touri-Guide-Freunden aktiviert und der ist dann mit mir auf dem Motorrad über die Insel gefahren auf der Suche nach einer Kamera! Somit habe ich nicht nur eine neue Kamera bekommen, sondern auch eine wunderbare Motorradfahrt über die Insel!!! Und ich konnte wieder mal die einzige Geschichte, die ich auf Spanisch kann, erzählen: Bier, Oktoberfest,… Mein Fahrer will nun doch nicht nach Paris, sondern nach München. Ich war gut.

Am dritten Tag ging es dann am Vormittag los zum Kultur-Programm, Wall of Tears. Das ist eine Mauer, die von Häftlingen erbaut wurde, die nach Pearl Harbour vom Festland Ecuadors „ausgelagert“ wurden. Das war so eine Art Beschäftigungsmaßnahme bevor sie von den Amerikanern erschossen wurden. Pato kannte sich damit und mit allen Legenden und Gerüchten dazu sehr gut aus und es war irgendwie ein bedrückend, dass Galapagos nicht nur aus glücklichen Tieren besteht, sondern auch einen traurigen historischen Hintergrund hat.  Danach ging es zur Aufzuchtstation von Schildkröten. Leider ist es nämlich so, dass die sich nicht so einfach „draußen“ vermehren. Die Babys werden zu schnell von anderen Tieren gefressen. Daher überlebt es eigentlich kein Schildkrötenbaby. In der Aufzuchtstation gibt es ein paar Mamis und ein paar Papis, von jeder Insel (jede Insel hat seine eigene Schildkröte!!!). Die Eier werden dann bebrütet und dann bleiben sie dort, bis sie etwa vier Jahre alt sind. Dann werden sie in die Freiheit entlassen. So viele Babys!!! Von dort aus ging es dann weiter so den pink Flamingos. Ich weiß nun übrigens, warum sie pink sind… Ist irgendwie lustig zu beobachten, wie sie in ihrem flachen Gewässer im Kreis tanzen. Und dann war der Vormittag auch schon wieder vorbei. Am Nachmittag gab es dann mein persönliches Highlight der Reise. Zuerst sind wir zu einer weiteren Insel gefahren, wo sich die Haie in der Sonne einen schönen Tag machen. Auf dem Weg dorthin haben wir noch Pinguine gesehen und lustige Vögel mit blauen Füßen (mir fällt grad der Name nicht mehr ein). Ist irgendwie so praktisch. Man fährt mit dem Schlauchboot vom Katamaran weg und schon ist alles interessante in Foto- und Beobachtungsnähe da. Die Haie, „white tip sharks“ sind wirkliche Langweiler. Die liegen einfach ganz entspannt über- und aufeinander da und lassen sich durch nichts stören. Dann gings aufs Meer zum Schnorcheln. Ich hab mich also wieder in meinen Anzug geworfen und dann ab mit meiner neuen Kamera ins Meer. Es war unbeschreiblich. Es war eine leichte Strömung, so dass es einen immer hin und her gewogen hat. Dann kam von links eine riesige Wasserschildkröte angeschwommen und hat sich zu mir gesellt. Sie hat mich neugierig beäugt und ist dann noch ein bisserl geblieben. Ich hab mich kaum getraut zu atmen, aber es war unbeschreiblich mit ihr zusammen immer von links nach rechts getrieben zu werden. Auf meiner weiteren Tour bin ich noch weiteren drei Wasserschildkröten begegnet. Einmal hatte eine ihren Kopf genau vor meiner Schwimmbrille. Wahrscheinlich wollte sie mir einmal in die Augen schauen…;-) Dann ist sie zum Fressen gegangen und hat sich brav von mir dabei zuschauen lassen. Mir ist es immer noch unbegreiflich, dass ich die überhaupt nicht störe. Jedenfalls hat sich der Kauf der Kamera mehr als gelohnt und ich hoffe sehr, dass ich euch bald die Bilder zeigen kann. Für mich war das einfach das großartigste überhaupt!!! Am Abend haben wir uns dann wieder mit dem Schiff auf den Weg nach San Cristobal gemacht. Wie schon gesagt, ich mag es sehr wenn es schaukelt. Virginia war es an dem Abend leider zu viel… Aber ich bin eine liebe Krankenschwester und wir haben die Fahrt gut überstanden. Aber die Reise hat sich gelohnt…

Vierter Tag, endlich Sonne!!! Nach bisher nur bedeckten Tagen, hat sich am Sonntag die Sonne in ihrer vollen Pracht gezeigt. Wir sind dann auf die Inseln und eine wunderschönen 3km langen Weg entlang gelaufen. Raus gekommen sind wir dann im absoluten Paradies: feiner weißer Sandstrand, hellblaues Meer, kaum Menschen, Sonne,… wie auf einer Postkarte!!! Besser sogar!!! Am Stand entlang sind wir dann zu einem nicht weniger schönen Nebengewässer gekommen, an dem wir wieder schnorcheln konnten. Zuvor mussten wir aber mit dem Kanu dorthin. Virginia und ich sind ein gutes Team und sind vorbildlich gepaddelt. Am „place to be“ angekommen ging es dann mit den restlichen Bildern meiner Kamera ins Wasser. Sinn des Ganzen war es Haie zu sehen. Dass die dann auch wirklich da sind… damit hätte ich nicht gerechnet. Mir wurde schon ein wenig komisch, als dieses Tier unter mir durch schwamm, aber auch diese Tiere sind so gänzlich uninteressiert an mir! Etwa acht „white tip sharks“ haben sich dort schon wieder einen faulen Vormittag gemacht. Was die den ganzen Tag wohl so machen, würde mich wirklich interessieren… Jedenfalls war es ein sehr beeindruckendes Erlebnis. Und allein schon der Gedanke an diesen Strand zurück…  Am Nachmittag ging es dann sportlich weiter. Mountainbike. Sind auf eine Berg hochgefahren worden und konnten dann mit den Mountainbikes bergab fahren. Also gar nicht mal so anstrengend. Interessant ist jedoch, dass man beim fahren ganz schön aufpassen muss, dass man nicht gegen eine Schildkröte fährt. Die kreuzen nämlich gerne den Weg dort. Irgendwie merkwürdig. Unten angekommen war dann im Nationalpark ein Bereich, in dem sie die Riesenschildkröten aufhalten und bei Wasser und ein wenig Schatten ihr Leben genießen. Es ist interessant sich neben eine zu setzen, ihr beim unglaublich langsam essen zuzusehen und darüber nachzudenken, dass dieses Lebewesen etwa 130 Jahre alt ist, große Kriege, Vulkanausbrüche, Erdbeben,… alles überlebt hat. Und dabei ist ihr Leben noch lange nicht zu Ende. Es sind wirklich sehr schöne, v.a. im Detail, und interessante Tiere. Pato hat mir viel darüber erzählen können und es ist faszinierend. Trotzdem würde ich gerne wissen, was sich die Tiere bei meinem Anblick wohl denken…

 

Leider ging die Zeit viel zu schnell vorbei und der letzte Tag kam schneller als erwartet. Wir hätten es, abgesehen von der Familie, die zum Glück jedoch am Montag abgereist ist, noch sehr viel länger aushalten können. Vor unserem Flug am Mittag ging es noch zum wohl berühmtesten Bewohner der Galapagos Inseln: lonesome George, der letzte seiner Art und entgegen aller Vermutungen doch nicht homosexuell, sondern einfach nur unfruchtbar. Wirklich sehr schade. Aber er hat ein schönes Leben dort und wartet darauf, bis es die zuständigen Menschen dort moralisch verantworten können, ihn zu klonen. Aber sie haben ja noch ein wenig Zeit. Er ist erst so etwa 100 Jahre alt. Also nichts überstürzen…;-)

 

 Ich bin sehr froh, dass wir diese Reise gemacht haben. Galapagos ist so sehr viel mehr als nur Foto von niedlichen Tieren machen. Dank unserem Guide Pato habe ich viel über die Geschichte, die Entstehung, die verschiedenen Tiere (woher sie ursprünglich kommen, warum sie so aussehen, ihre Besonderheiten,&hellip, die Menschen auf den Inseln, usw. gelernt. Ohne jemanden, der einem die Einzigartigkeiten dieser Inseln erklärt ist es wahrscheinlich nur halb so interessant. Auch mit den Leuten dort auf dem Schiff hatten wir viel Spaß. Und Elia, das Mädchen für alles auf dem Katamaran, kann wirklich gute Cocktails machen…;-) Nachts kann man Mond und Sterne unglaublich klar und groß sehen. Und der Sonnenuntergang ist schon fast ein wenig zu kitschig. Ich habe es sehr genossen dort. Es macht einen nachdenklich zu sehen, wie ein Ort auf der Welt sein könnte, wenn der Mensch nicht überall seine Finger mit im Spiel hätte. Es ist ein unglaubliches Paradies dort. Und neben den „Klassiker-Tieren“  entdeckt man eigentlich immer wieder etwas besonderes oder neues. Ich könnte noch ewig davon erzählen… und werde natürlich sobald ich wieder daheim ungefragt ständig davon weiter erzählen und berichten.

 

Falls jemand mit dem Gedanken spielt Galapagos bereisen zu wollen, dann nicht lange darüber nachdenken, sondern anfangen zu sparen und dann einfach machen!!!   

 

Falls nun der Anschein aufkommen sollte, dass es mir viel zu gut geht, habe ich dem auch etwas entgegen zu halten. Ich gehe mal davon aus, dass ich mir meinen rechten Ringfinger gebrochen habe. Am ersten Tag wollte ich unser Dachfenster aufm Schiff schließen und es fiel ungebremst auf meinen Finger. Am Abend sah er wirklich besorgniserregend aus. Aber irgendwo zwischen zwei Inseln hat man auch nicht so viele Möglichkeiten. Das vordere Drittel war tief blau/schwarz und richtig dick. Die Farbe hat dann langsam Richtung Hand nachgelassen. Wirklich gerade ist das letzte Drittel leider nicht mehr… Aber dank des 0,30 $ Alkohols aus dem Supermarkt und Wind auf dem Schiff konnte ich ihn gut kühlen und ich kann auch alle Gelenke bewegen. Ich denke es ist halb so wild und selbst wenn, kann ich hier jetzt eh nichts machen. So lange Schmerz Gefühl und Farbe unterm Nagel ist, ist alles gut. Ist nur einfach nervig. Zudem ist es nicht angenehm bei Sonnenbrand ungefähr überall (schnorcheln ist gemein was Sonnenbrand betrifft) den riesen Rucksack zu schleppen. Es ist wirklich sehr unschön!!! Zudem pflege ich noch meine Surfandenken. Aber ansonsten geht es mir aber blendend!!!

 

Nach einer etwas nervigen Nacht in Guayaquil bin ich nun wieder im Paradies in Montanita angekommen. Guayaquil hat mich echt genervt. Alles ist vergittert. Inkl. der kleinen Läden auf der Straße. Ich dachte erst, sie wären geschlossen. Ich habe dann herausgefunden, dass man einfach rein rufen muss und dann kommt jemand und reicht einem was man möchte durch die Gitter. Ich wollte mir eigentlich nur Wasser kaufen… Mein Zimmer war wiedermal total vergittert und man konnte kein Fenster öffnen. Drei Schlösser bis man endlich drin ist. Ich habe mich natürlich nach 10 min erst mal ausgeschlossen und mehrere Menschen gebraucht (die Suche nach dem richtigen Schlüssel) bis ich wieder rein konnte. Dabei wurde mir auch gesagt, dass ich besser nicht alleine raus gehen sollte. Taxi von der Straße auch nicht nehmen, sondern nur übers Hotel bestellen, usw. Sowas nervt doch. Immerhin hatte ich Internet. 

Da die Frage aufkam, warum die Menschen in Guayaquil so groß sind im Vergleich zu den restlichen Ecuadorianern, möchte ich zum Abschluss noch darauf eingehen: Guayaquil ist eine Hafenstadt und somit Anlaufpunkt für viele Händler gewesen. Viele von denken sind aus der Türkei gekommen um Stoffe, Gewürze, usw. zu verkaufen und haben sich dann dort angesiedelt, bzw. vermischt. Daher sind die Menschen dort im Vergleich etwas größer. An der Küste hingegen sind die Menschen verhältnismäßig klein und sehen etwas anders aus. Grund dafür ist, dass die Küste Ecuadors sehr stark von Philippinen und Menschen aus China bevölkert wurde. Das war so die ganz grobe Kurzfassung ecuadorianischer Bevölkerungskunde. Für mehr Information brauche ich noch mal eine Woche Sprachkurs…;-)

 

Bis Sonntag werde ich wohl sicher noch hier bleiben und danach… ich weiß es immer noch nicht. Ich habe viele Ideen, aber ich kann mich noch nicht so recht entscheiden. Aber ich bin mir sicher, dass mir was einfallen wird! Jedenfalls fühle ich mich wiedermal sehr wohl hier. Es sind noch viele Menschen hier, die ich von vorher kenne und ich mach nun einfach nur Urlaub…

 

Ich werde euch auf dem Laufenden halten… und da ich nun auch Internet hier in den Cabanos habe, ist jeder Skype Gast herzlich willkommen…

17.11.11 00:20


Bericht Nummer 7, Bienvenidos a Montanita

Im Nachhinein bin ich wirklich froh, dass ich zuerst in Quito gewesen bin und dann nach Montanita gereist bin. Wenn es anderes herum gewesen wäre… ich wäre wohl in Montanita geblieben und hätte von Ecuador nichts anderes gesehen.

Nun kann ich es wirklich genießen hier und merke erst jetzt, wie viel mich an Quito, trotz all seinen Vorzügen, gegen Ende wirklich gestört hat. Diese Freiheit tun und lassen zu können, wann man möchte, ist einfach zu schön. Vor allem dieses ständige Taxi nehmen zu müssen, ging mir wirklich auf die Nerven. Aber ich hatte im Vergleich zu dem, was die anderen hier in Montania erzählt haben, wirklich Glück. Ich habe alles unbeschadet überstanden und bin immer noch „komplett“.

Sprachschule ist entspannt, ganz anders als in Quito. Hier ist das meiste in Englisch. Das ist natürlich nicht für jeden das Beste und eigentlich ist es auch nicht Sinn der Sache. Von dem her, ist es eigtnlich schlechter, aber für es hat beides was für sich. Ich war zwar in Quito überfordert in Spanisch „Bescheinigung für Bildungsurlaub wegen Steuer“ zu erklären, aber geschadet hat es mich auch nicht. Ich war hier in Montanita eigentlich eingeteilt in A1. Davor hatte ich brav meinen Einstufungstest gemacht und nachdem ich 5 min in meiner Klasse war, wurde ich wieder raus geholt. Nun bin ich A2 und es ist für mich eigentlich eine nette Wiederholung. Xavier hat einen noch besseren Job gemacht, als ich zuvor angenommen hatte. Ich könnte auch in B1 wechseln wenn ich möchte, aber ich möchte mich nun einfach nicht stressen. Ich habe für mich mein Ziel, was die Sprache angeht, erreicht und genieße es nun sehr, dass ich die Tage zuvor sehr fleißig gewesen bin. Ich wiederhole so für mich noch meine Vokabeln, freue mich etwas bekanntes wieder zu hören und versuche so viel wie möglich mit den Leuten hier zu reden. Das hilft mir eigentlich am meisten.

Das Glück mit guten Sprachlehrern habe jedoch auch hier wieder. Mein Grammatik Lehrer heißt Jorge, wie der Laufsteg-Trainer von Germany’s next topmodel. Aber er hat davon zum Glück gar nichts. Er ist Surfer und der Mitbewohner meiner Surflehrer. Meiner Konversationslehrerin ist eine etwas ältere Dame namens Verinicce und hat mir viel über die Geschichte Ecuadors, warum die Menschen an der Küste so klein und in Guayaquil so groß sind, kulturelle Unterschiede in Ecuador,… erzählt. Es ist wirklich spannend!!! Wen es interessiert, ich kann nun viel darüber berichten. Obwohl die Sprachschule insgesamt etwas „lockerer“ und wenn man Ehrgeiz hat möglichst schnell viel zu lernen auch etwas schlechter ist, gefällt es mir die Zeit zu haben wirklich auch was über die Menschen hier zu lernen. Abgesehen davon kann bei Schule mit Blick aufs Meer alles gar nicht so schlimm sein…;-)

Achja, surfen… Ich dachte, dass ich dekorativ mit so einem Ding, das alle Problemzonen verdeckt, unterm Arm am Stand entlang laufen kann.  Aber nix da! Ich schleppe und paddel in einem, wie ich finde, etwas unvorteilhaften „wetsuit“ Wellen entgegen, die mich jedes Mal irgendwie überrollen. Es ist sowas von anstrengend!!! Wer wissen möchte wie anstrengend, sucht sich einen Tisch oder ähnliches auf Schulterhöhe und versucht darauf möglichst schnell drauf zu klettern, liegend auf dem Bauch. Und danach aus dieser Position aus dem Liegen zum Stehen zu kommen. Und nun stellt euch das ganz auf einem wackeligen Surfbrett vor… Und nachdem das alles schief ging, gleich noch einmal. ABER: nach unzähligen Versuchen und immer wieder mit diesem Ding in Richtung Welle aufs Meer hinaus, ist es mir tatsächlich gelungen, zum stehen zu kommen. JAAA!!! Ich bin auf dem Brett gestanden, mit Welle!!! Es ist das Größte!!! Meine Knie sind voll und ganz lila bzw. mehrfarbig, meine rechte Hüfte ebenfalls, mit tut alles weh, ich habe unzählige Liter Wasser geschluckt,… aber ich kann es kaum erwarten, bis ich wieder weiter üben darf!!! Heute hatte einen kleinen Unfall...d.h. eine Begegnung mit  „aguamale“ bzw. Jellyfish. Unangenehm so am ganzen Arm muss ich zugeben, sehr unangenehm sogar. Aber ging alles wieder weg. Alles halb so wild. Gibt was schlimmeres.  Meine Surflehrer sind großartig. Einer davon hatte wohl wirklich etwas Mitleid mit mir. Ich bin zu klein um meinen Arm um dieses Brett zu legen und bekomme dieses Ungetüm kaum ins Wasser. Fabricio (oder so ähnlich&hellip kam mit dann freundlicherweise zur Hilfe. Er hat mich und mein Brett brav bis zur Stelle der guten Wellen gezogen und mir beim  „aufsitzen“ geholfen. Ja, schone in wenig peinlich für mich und notwendig war es auch eigentlich nicht, aber dagegen hatte ich auch nichts…;-) Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass die Wellen hier zum anfangen nicht so einfach sind. Ich finde ein bis zwei Meter viel. Zu Hochzeiten sind sie 4 Meter. Aber es macht wirklich Spaß und ich habe meine Liebe dafür entdeckt. Man kann sich körperlich total verausgaben und wird mit einem Gefühl belohnt, dass nicht in Worte zu fassen ist. So ruhig und entspannt, war ich noch nie. Wasser ist übrigens überraschend „warm“. Zudem ist es natürlich großartig auf der Ladefläche eines Pickups mit seinem Brett unterm Arm am Strand entlang zu fahren…

Montanita ist für mich immer noch eine Scheinwelt, obwohl ich herausgefunden habe, dass es hier wirklich so ist. „Hippie-Paradies“ finde ich das falsche Wort, denn abgesehen davon, dass ich nicht genau weiß, was mit „Hippie“ gemeint sein soll, klingt es irgendwie abwertend. Montanita ist ein sehr sicherer kleiner Ort, der ursprünglich unter einer großen Marihuana Wolke begraben war, bis die Surfer entdeckt habe, dass es hier großartig ist. Nun ist es eine Mischung aus allem. Urlauber, Surfer, ein paar Aussteiger, regem Nachtleben und v.a. freundlich, entspannt und bunt. Mittlerweile habe ich mich sehr gut hier eingelebt und meine „Plätze“ gefunden. Nachdem ich hier in einem der „Lebensmittel-Läden“/“Kiosk-Garage“ doch tatsächlich Instand Kaffee auftreiben konnte, welcher jedoch seit 2009 angelaufen ist (kann man mit der Milch ohne jegliche Angaben von Ablaufdatum (jedoch verdächtig) nach abkochen mit dem Wasser hier sehr gut trinken), war ich über den Fund eines kleinen Ladens, so mit richtiger Kaffeemaschine, so mit echten Kaffeebohnen, doch sehr glücklich. Der Kaffee kostet zwar so viel wie ein Mittagessen, aber ich brauche das ab und zu einfach. Mittagessen tue ich entweder irgendwas auf der Straße oder gönne mir für 1,50 $ mein „almuzera“, d.h. Mittagsmenü mit Suppe (warmes nassen irgendwas), Hauptgericht (Reis, irgendwas und irgendwas) und Saft (im Zweifel ebenfalls irgendwas). Gut ist sicher was anderes, und immer für eine Überraschung gut, aber es ist das günstigste hier und ich bin mittlerweile sehr anspruchslos geworden. Hauptsache satt. Was ich da immer so genau esse, weiß ich auch nicht so ganz genau (es ist jedoch kein Meerschweinchen!!!), aber ich finde es gar nicht so schlecht. Abends gibt’s dann immer gemütlich etwas „Schönes“ zum Essen. Die Cocktailbars/-hütten sind natürlich ein Traum und ich habe auch dafür meinen Lieblingsplatz gefunden. Mojito Maracuja bei Pietro…  me gusta!!! Ich bleib vorerst dabei… Und das mit Blick auf Meer…

Leider sind hier ein paar meiner Mitreisenden krank geworden. Entweder sie haben „Essens-Schwierigkeiten“ oder sind von wirklich merkwürdigen Mückenstichen/Ausschlägen geplagt. In Quito war das ähnlich. Mir geht es vom ersten Tag an bestens. Ich vertrage alles gut, habe keinerlei Schwierigkeiten und kann mich nicht beklagen. Schon irgendwie komisch. Daheim schießt mich eine Tütensuppe aus dem Leben und hier geht wirklich alles. Bin dafür wirklich sehr dankbar und erspart mir so einiges…;-)

Hier laufen viele Tiere einfach so auf der Straße rum. Eines Abends auf meinem Heimweg, kam von rechts eine Kuh. Ich war von ihr jedoch mehr überrascht, als sie von mir. Beim Surfen war plötzlich ein Pferd. Und natürlich Hunde, Hunde, Hunde,… Mir gefällt das total. Die Hunde hier sind eigentlich recht gesund und sehr angenehm. Ich mag es sehr, am Strand oder in einer Bar zu sitzen, an nichts zu denken und dann kommt ein Hund und legt sich zu mir. Hab natürlich auch schon meine Lieblinge gefunden und es macht immer wieder Freude sie wieder zu sehen. Ich würde so gerne einen mitnehmen… Aber ich denke, dass ich  v.a. den Hunden hier, die wirklich kein schlechtes Leben haben, sicher keinen Gefallen damit tun würde.

Wie meine weiteren Pläne sind, weiß ich noch nicht. Und mich stört das Gefühl momentan auch gar nicht, nicht zu wissen, wo ich in einer Woche sein werde. Wahrscheinlich wird es irgendwo sein, wo ich weiter surfen kann, bzw. so tun als ob. Montanita? Canoa? Salina? …? Mal sehen, welche „Welle“ der dummen Gedanken mich wo hin treibt… Bisher steht fest: Freitag GALAPAGOS ! ! ! Ja, das wird wirklich toll!!! Wenn ich die Mädels aus Quito davon überzeugen kann eine Ausflug nach Montanita zu machen, dann danach nochmal zurück. Dazwischen evtl. Guayaquil so dass ich sagen kann: ich war da, d.h. Foto von der wichtigsten Kirche machen und dann auch schon wieder weiter. Und dann habe ich eigentlich wirklich vor nach Canoa aufzubrechen. Aber wie schon gesagt, ich habe keine Ahnung…

 

Begebe mich nun nach Schule dann Surfen, dann wieder Schule, zum Salsa Kurs. Was für ein Stress... Hoffentlich bin ich danach noch fit genug für die Cocktail Street!!!

 

So viel zu Montanita. Ich kann es nur empfehlen!!! Ich werde nun den letzten Tag hier genießen, hoffentlich viel mitnehmen können und freue mich sehr auf Galapagos! Abfahrt Bus in Montanita 4.45 Uhr...

 

Ich wünsche allerseits eine tolle Woche, genießt euer Wochenende und nächste Woche werde ich dann von Schildkröten, Seelöwen,… berichten können.

 

Hasta luego!!!

9.11.11 23:53


Bericht Nummer 6, Montañita!!!

Das Wichtigste vorweg: ich bin gut im Paradies angekommen…

Die Anreise war eigentlich unerwartet problemlos. Meine Gasteltern haben mich brav zum Flughafen gebracht und obwohl Quito eine tolle Zeit war, war ich auch froh, dass ich Quito hinter mir lassen konnte. 

Flughafen in Quito wenn man Inland fliegt ist wirklich interessant. Jeder frägt einen, was man vorhat, wo man hin will und versorgt einen mit Ratschlägen, was man alles beachten sollte und wo man noch hin sollte. Dank meiner Gastmami wusste ich auch genau, was ich in Guayaquil zu tun hatte. Brav Taxi zum Busbahnhof nehmen, usw. Ist nämlich alles nicht so ganz einfach hier…

Ich habe jedich erstaunlicherweise den richten Verkaufsschalter gleich gefunden (gibt ja nur knapp 100 verschiedene, ich hatte Nummer 84) und einen direkten Bus gefunden. Das Glück der dummen… Wo der Bus genau abfährt, wusste ich zwar noch nicht, aber ich hatte ja noch eine Stunde Zeit. Busbahnhof Guayaquil ist sehr unterhaltsam. Es gibt viel zu sehen und wo man genau hin muss, weiß eigentlich keiner so genau. Aber irgendwann ist man aus welchen Gründen auch immer im richtigen Bus.

In Montanita angekommen bin ich zu meiner Unterkunft gelaufen. Ich wurde brav erwartet und habe mein Zimmer bekommen. Ich habe ein riesengroßes Zimmer, alles super sauber und perfekt in Schuss, Dusche mit warmen Wasser, meine eigene Terrasse mit Hängematte, Pool,… Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie schön es ist nach einer Woche kalt/lauwarm duschen endlich richtig richtig duschen und Haare waschen zu können!!! Und ich hatte es auch wirklich nötig…;-) Eine halbe Stunde später war ich auch schon mit den Leuten hier was Essen. Kein Reis, kein Huhn!!! Es war einfach zu gut!!! Danach habe ich das Nachtleben mit den Leuten hier in Montanita genießen dürfen…

Ich kann nicht in Worte fassen, was hier so los ist. Montanita besteht eigentlich nur aus 2 Straßen auf denen sich nahezu alles abspielt. Neben Bars und Restaurants sind alle 2 m so kleine Häuschen, wo man Cocktails o.ä. erwerben kann. Überall sind kleine Geschäfte, überall Musik, überall Menschen. Für mich ist das die totale Reizüberflutung. Und bei 2,50 $ kann man sich ja auch mal was gönnen…;-) Letztendlich sind wir dann in einer Bar mit Live-Reggea Musik gelandet. Bob Marley ist ja nichts dagegen!!! Dort sind wir dann auch geblieben… Warum dort eine Bayrische Flagge hing, weiß ich zwar noch nicht, aber ich habe mich wohl gefühlt. Ich habe sowas bisher noch nicht erlebt. Mir kommt das hier alles noch so unwirklich vor. So wirklich realisiert habe ich das alles hier noch nicht. Ich kann nur so viel sagen: Montanita ist mehr als verrückt, bunt, laut und irgendwie ein kleines Paradies. Die Leute die ich bisher hier kennen gelernt habe sind unglaublich nett. Nach 10 min war ich ein Teil der „Herde“ und es wird einem sehr leicht gemacht, sich hier wohl zu fühlen. Eigentlich kann man sich gar nicht unwohl fühlen. Außer, dass ich seit gestern Abend nach undefinierbarer Insektencreme rieche. Aber das ist hier leider auch wirklich notwendig. Was da genau alles drin ist, will ich gar nicht wissen.

Unsere Wohnanlage wird nachts bewacht und es kommt nur rein, wer hier auch wohnt. Mein Zimmer wird jeden Tag geputzt und peinlicherweise auch aufgeräumt. Es gibt eine riesige Terrasse mit Liegestühlen, Tischen, großem Fernseher und DVDs. Was für mich u.a. das positivste an Montanita ist, dass es nicht so gefährlich ist, wie Quito und man zu jeder Tags- und Nachtzeit sich frei bewegen kann und abgesehen davon, dass es keine Taxis gibt, ist es überhaupt nicht notwendig. Es ist wie schon gesagt, alles ein wenig unwirklich für mich und ich muss mich nach Quito erst mal daran gewöhnen. Der Gedanke irgendwo am anderen Ende der Welt in so dieser Scheinwelt zu sein, ist merkwürdig, aber irgendwie auch gut. Man gewöhnt sich wirklich schnell daran…;-)

 

Heute werde ich noch zum Strand gehen, Abends gehen wir dann noch was Essen,… alles ganz entspannt heute. Morgen geht’s dann in der Schule los und ich bin sehr gespannt was mich erwarten wird… Surfen wird lustig…

 

Na dann, ich wünsche allerseits noch einen schönen Sonntag und ich werde euch auf dem Laufenden halten was ich hier im Hippie Paradies so erleben werde…

6.11.11 21:09


Bericht Nummer 5, Adios Quito

Hier nun der Vollständigkeit halber mein nachgereichter Bericht vom letzen Wochenende. Wie schon groß angekündigt, es war großartig!!!

Samstag: Otavalo

Dort ist der angeblich größte Markt in Ecuador. Los gings um 7.30 Uhr, 1 kleiner Bus, 5 Mädels, 1 Fahrer und Dani (der arme Kerl) von der Sprachschule. Die Fahrt war wunderschön. Es ging irgendwie ständig bergauf und bergab und ich konnte endlich mal sehen, wie es außerhalb von Quito so aussieht. Unser gelber Hippie-Taxi-Bus war unglaublich praktisch. Fahrer hat unsere Musikwünsche brav umgesetzt und wir konnten und hinlegen und die Aussicht genießen.

In Otavalo angekommen gab es gleich zu Beginn das Schock-Programm: Tiermarkt. Um ehrlich zu sein, weiß ich immer noch nicht, wie ich darüber denken soll. Für mich der ein Anblick natürlich erst mal schockierend. Es gab alles an Tier, was man so zu Geld machen kann. Ich konnte teilweise gar nicht hinsehen und kam mir selbst dabei so schlecht vor, weil ich Super-Touri immer schön mit der Kamera in der Hand (die man dann peinlich berührt in die Tasche verschwinden lässt) irgendwie in deren Revier eindringe und es war mir unglaublich peinlich, dass ich nicht davon ausgegangen bin, dass ich meinen ersten Schock gut verbergen konnte. Denn immerhin ist das deren Alltag und ich habe kein Recht darüber zu urteilen und wenn es mir auch noch so ungerecht vorkommt. Im Nachhinein war es eine recht gute Sache für mich, es mitzuerleben, wie mein tägliches Essen, Reis und Huhn, so entsteht…

Nach dieser „Erfahrung fürs Leben“ ging es dann endlich zum Sinn des eigentlichen Ausflugs: EINKAUFEN ! ! ! Ja, das kann ich gut. Xavier hat mit mir nochmal geübt und ich muss auch sagen, dass ich die Aufgabe zufriedenstellend gelöst habe…;-) Obwohl der Markt natürlich ein wenig touristisch ist und Dank Lonely Planet Empfehlung pilgert dort auch jeder der kann irgendwie hin, ist es unglaublich, was es dort alles gibt. Alles ist bunt, überall riecht es nach Essen, aus jeder Ecke kommt Musik und es gibt neben viel Mist auch wirklich außergewöhnliche Dinge zu sehen und natürlich auch käuflich zu erwerben. Handeln kann und muss man immer. Dank Xavier bin ich da auch fit. Nur manchmal klappt es nicht so ganz, da dann bei mir das „Gewissen“ kommt ich denke dass 50 centavos für mich eigentlich nichts sind und für den Verkäufer eine Menge. Naja, ich bin mit allem was ich erworben habe sehr zufrieden. Ich besitze nun ein paar „pantalones“, natürlich in abartig bunt, die gerne von Touristen getragen werden, weil es ja so „ecuadorianisch“ ist, aber kein Einheimischer jemals dieses hässliche Zeugs jemals tragen würde. Ich finde die unglaublich bequem. Nichts zwickt oder engt ein und ich kann mich meinem Assi-Ausseh-Dasein noch weiter hingeben. Ich fühle mich wohl. Dazu gabs noch ein Kleid, das zwar aussieht wie ein Sack (jedoch wie ein schöner weicher und angenehmer), aber meiner Meinung nach ebenfalls unglaublich komfortabel ist. Naja, und noch so ein paar Kleinigkeiten habe ich auch noch erwerben können…;-) Dann wurden alle Chicas wieder eingefangen, in den gelben Hippie Bus verfrachtet und ab zum nächsten Ziel.

Wir sind zu einem riesengroßen Wasserfall gefahren. Man muss etwa 20 min hinlaufen, durch einen Wald von Eukalyptus-Bäumen. Es ist unbeschreiblich, wie es dort riecht!!! Auf einem Baum saß ein Opossum!!! Ein männliches Opossum um genau zu sein. Eigentlich auch nichts anderes als eine große Ratte, aber irgendwie doch niedlich. Diese Ruhe, der Geruch, diese riesengroßen Bäume und mittendrin der Wasserfall… Schon irgendwie romantisch… Auf dem Rückweg gabs dann nochmal ein paar Pantalones, diesmal in „uni“ und nicht brechreizerregend. Und dann wieder ab in die Chica Kutsche.

Nächster Halt: Lagune, d.h. ein See auf einem Vulkan. Halbe Stunde Pause und Sonne am See… dann ab aufs Boot! Haben eine Rundfahrt gemacht und wenn ich unseren Bootsführer richtig verstanden habe, leben auf einer Insel Meerschweinchen und Wölfe. Die Wölfe hat dort jemand ausgesetzt und sind die mitten auf der Insel im See. Man hat im Wasser immer wieder Gasblasen vom Vulkan aufsteigen sehen. Irgendwie ein merkwürdiges Gefühl, dass unter einem ein Vulkan ist… aber so lange er brav ist, solls mir nur Recht sein. Jedenfalls war dies ebenfalls sehr erholsam und für mich, da ich mich immer noch nicht an die Landschaft und all diese Hügel gewöhnt habe, einfach unglaublich beeindruckend zu sehen.

Tja, jeder Ausflug geht auch mal vorbei und Essen, Einkaufen und so viel draußen sein, macht ja auch müde… Daher gings dann im nun etwas leiseren, schläfrigen Bus wieder die 2 Stunde heim.

Aber der Tag war natürlich noch nicht vorbei… Der Abend war ja noch jung!!! Also auf zum Plaza Foch, the place to be. Wir haben unseren Tag, und selbst, das Leben an sich, Quito,… wunderbar gefeiert. Achja, bezahlt haben wir nur das Taxi. Es gibt immer ein „Getränk“ für nix. Diesmal war es Whiskey-Cola. Ich kann das Zeug wirklich nicht leiden, aber mit Zitrone und für umsonst, ist es natürlich gar nicht mal so schlecht…;-) Folglich: es ging etwas länger als geplant und ich muss sagen, ich finde wirklich Gefallen an dem Nachtleben hier. Kann man kaum vergleichen mit München. Egal, Hauptsache wir hatten Spaß und sind wieder komplett daheim angekommen.

 

Sonntag: Pinchincha, die Zugspitze Quitos

Ich hatte eigentlich schon den Ehrgeiz da zu Fuß hoch zu steigen, aber da ich auf dem Weg zur Schule den Berg hoch schon in ein wenig Atemnot komme, dachte ich mir, dass das in 1000 m noch höher nicht sehr viel besser sein wird. Daher sind wir trotz harter Nacht zuvor brav früh aufgestanden und mit dem Telefercio, der Seilbahn, hoch gefahren. Oben angekommen war uns klar, dass wir einen Aufstieg NICHT überlebt hätten. Aussicht über ganz Quito und alles was so an Berg und Vulkan drum rum ist, brauche ich wahrscheinlich nichts dazu schreiben. Ich sollte endlich mal Fotos hochladen… Haben uns dann auf die Suche nach den „Caballos“ gemacht. Lustig, wir dachten wir könnten uns da faul rum tragen lassen. Nix da, erst mal Aufstieg!!! Mit gings im Vergleich zum Rest noch erstaunlich gut, aber alle 10-15 m musste ich anhalten und Pause machen. Es ist einfach zu hoch für den Durchschnitts-Deutschen. Dafür habe ich auf dem Weg Alpacas getroffen!!! Linda, 8 Monate und ihre Mami!!! Klar gibt es davon ein Foto und nicht nur irgendeines… ich mit Poncho und Hut zwischen den Alpacas, im Hintergrund Vulkan. Schon nicht schlecht, oder? Achja, niemand wird mich freiwillig so sehen. Ich überlasse diesen Anblick eurer Phantasie…;-) Nach noch mehr Berg auf, sind wir dann ENDLICH zu den Caballos gekommen!!! Haben uns dann eine Stunde rumtragen gegönnt. Begleitet hat uns ein sehr unterhaltsamer Führer, der uns unglaublich witzige Geschichten erzählt hat. Ich, Pferd, grenzenlose Weite in der ein paar Pferde einfach so rumlaufen,… Ach… ich kam mir vor wie der Typ in der Marlboro Kino Werbung… nein, es war noch viel besser!!! Wir sind auch mal richtig „rapido“ gewesen…;-) Mein Pferd hieß  übrigens so ähnlich wie das spanische Wort für Grapefruit. Da ich mir es nicht merken konnte, bleibe ich bei Grapefruit. Grapefruit wird immer in meinem Herzen bleiben. So viel Spaß hatte ich ja fast noch nie!!! Mit Pferd geht es übrigens viel leichter bergauf und es macht Spaß den „Läufern“ beim verzweifelten Luftschnappen zuzusehen. Nur um nochmal zu betonen, wie dünn die Luft da oben ist: es ist unmöglich ein Feuerzeug anzuzünden!!!

Nach unserer Abfahrt von diesem grandiosen Blick sind wir dann noch in den Freizeitpark an der „Talstation“ gegangen. Eigentlich ist das mehr ein Abschiebe-Paradies für genervte Eltern, da man hier für 20 Dollar sein Kind gut beschäftigen kann. Wir haben uns einmal Achterbahn inkl. Looping gegönnt. Wie das die so mit dem TÜV handhaben, weiß ich nicht. So 100%ig war das sicher nicht, aber ich habe brav meine Rucksack festgehalten und gehofft, dass dieser dafür sorgt, dass ich im Sitz bleibe. Ging alles gut, war sehr sehr lustig und ein schöner Abschluss.

Danach gings ins Centro Historico, Essen, rumlaufen, Leute beobachten,… und dann war der Tag auch schon wieder vorbei.  Und ich musste mein trautes Heim verlassen und in die Gastfamilie...  Ja, das war ein trauriger Moment… und ich trauere immer noch…

 

So, nun zum Aktuellen:

 

Man darf mir gratulieren!!! Ich habe den kompletten A1 Sprachkurs in 8 Tagen erfolgreich hinter mich gebracht!!! Fakt ist, ich kann nun wirklich ein paar Sätze sprechen!!! Damit hätte ich nun wirklich nicht gerechnet!!!

Aber ich habe das voll und ganz Xavier zu verdanken. Der hat wirklich einen grandiosen Job gemacht und ich bin ihm mehr als dankbar! Am letzten Nachmittag haben wir erst gespielt (so ein Kinderbrettspiel wo man immer komische Fragen stellen muss, ich habe übrigens gewonnen) und danach musste ich meine Kurs-Präsentation machen: eine Vortag über „Alemania“. Ich habe mich sehr bemüht ein möglichst authentisches Bild von Deutschland aufzuzeigen. Und ich war sehr erfolgreich! Xavier weiß nun alles über die Wiesn, gutes Bier, Dirndl, Brenzn, Radler, Neger, Obazd’n, Hendl, Steckerlfisch,… und dass der Bayer eigentlich niemanden mag und das auch nicht muss. Donau ist die Grenze. Natürlich habe ich über Restdeutschland auch berichtet und war dabei sogar sehr freundlich. Zudem weiß er nun, dass Schwarzgeld in Lichtenstein ist, die Schweiz wunderschön ist, der Italiener faul ist, Holländer komisch reden, Engländer viel trinken, Franzosen unfreundlich sind und dass uns der Osten suspekt ist. Ja, ich habe ganze Arbeit geleistet. Ein Vorurteil nach dem anderen. Dafür bin ich aber nun auch über den Klatsch und Tratsch in Ecuador uns einen Nachbarn informiert. Die sind sich nämlich auch alle nicht ganz grün…;-)

Xavier hat mir wirklich den A… gerettet. Wenn der nicht so lustig gewesen wäre, hätte ich nach 20 min beschlossen, dass ich einfach ehrlich zu mir selbst sein muss und das mit den Fremdsprachen einfach nichts für mich ist. Ich würde ihn am liebsten mit nach Montanita nehmen. Es kann nur schlechter werden… Xavier hat mich auch sehr gelobt. Ich bin eine gute Schülerin. Habe auch immer ganz brav immer meine Hausaufgaben gemacht und brav gelernt. Bin irgendwie immer noch im Examens-Modus und habe ständig das Gefühl, dass ich eigentlich lernen sollte. Wann hört das endlich auf??? Wie viel davon letztendlich hängen bleibt, weiß ich nicht, aber ich habe nun was Montanita angeht, keinen Druck mehr. Ich habe mein Ziel erreicht. Und was meine Medizin-Paranoia angeht: ich könnte Bücher über „Menschen und ihre Krankheiten Beobachten“ schreiben. Ist wirklich für jeden interessieren ein nahezu perfekter Ort!

 

Nun gehen meine Tage in Quito zu Ende und da ich hier wirklich ganz liebe Menschen kennen gelernt habe, freue ich mich auch darauf in ein paar Wochen dort hin zurück zu kehren. Ob ich Quito mag oder nicht, kann ich noch nicht so wirklich sagen. Ich brauche einen Vergleich. Wenige Menschen sind wirklich unfreundlich gewesen und ob das nun der Typ vom Internetcafe ist, der mit mir brav Spanisch geübt hat und mich verbessert hat oder die Taxifahrer, die ich mittlerweile je nach Sympathie zu einem Gespräch nötige,… ich habe wirklich größtenteils sehr positive Erfahrungen gemacht. Die Stadt an sich... Centro historico ist Weltkulturerbe und es ist auch wirklich beeindruckend. Wenn man mehr Ahnung von Architektur oder sonstigen Bauweisen hätte, wäre es bestimmt noch ein wenig interessanter als für mich, die sich es einfach nur anschaut und schön findet. Da ich mich die ersten beiden Tage als ich noch „alleine“ war nicht getraut habe Bus zu fahren oder ein Taxi nehmen, bin ich Quito zu Fuß abgelaufen. 3 Stunden braucht man übrigens einfach von meiner Unterkunft bis in die Altstadt… Aber es hatte auch seine Vorteile. Ich habe wirklich viel gesehen. Inkl. meinem Ausflug in die Straßen, wo man NICHT hin gehen sollte. Aber ich hatte da das Glück der dummen. Wer nicht versteht, was sie einem hinterherschreien, kann sich auch nicht angesprochen fühlen. Den Reiseführer unauffällig verschwinden lassen und auf geht’s.

Was mich wirklich nervt ist, dass ich nicht von der WG zu meiner  Gastfamilie sobald es dunkel ist, laufen kann. Ich müsste eigentlich „nur“ eine Strecke von 200m überwinden, dann wäre ich im „sicheren“ Bereich des Wachdienstes. Aber man sollte es nicht machen und bei einer meiner Vorgängerinnen ging es auch schief. Daher, so sehr mich das auch ärgert, Taxi. Wie viel ich in den letzten Tagen dafür ausgegeben habe, möchte ich gar nicht wissen. Wahrscheinlich habe ich um einiges  mehr für Taxi als für Essen bezahlt.

Mit meiner Gastfamilie lief es gegen Ende etwas besser. Auch wenn ich mich an die Tatsache mit dem stündig überwacht sein wahrscheinlich niemals gewöhnen werde, habe ich doch die Vorteile erkannt. Meine Wäsche wird ständig gewaschen. Nachdem ich meiner Gastmami erzählt hatte, dass ich meine Wäsche bisher unter der Dusche gewaschen habe, hatte sie wahrscheinlich Mitleid. Trotzdem mag ich keine Gespräche in der Küche mit der ganzen Family wenn ich heim komme, bzw. ein total erleuchtetes Haus, wenn ich später heim komme… Übers Wochenende war deren Sohn zu Besuch. Um 8.30 gabs Frühstück. Eduardo und ich sind uns einig gewesen, dass es zu früh für Konversation ist. „Mami“ wollte aber genau wissen, wer von uns beiden um 1.30 Uhr und wer um 3.00 Uhr heim gekommen ist (man hört leider die drei Hochsicherheitstrakt-Schlösser noch 5 Häuser weiter&hellip. Ich war die „gute“ die schon früher brav daheim war. Dann noch Bericht, wo und mit wem man war und dann war der Morgen Raport auch „schon“ vorbei. Aber ich lerne viel. Nicht nur die Sprache, sondern auch deren Leben, Ansichten, Kultur, usw. Wichtig war natürlich für alle, dass ich katholisch bin. Das hat die Tatsache, dass ich mich am „Totalen-Feiertags-Family-Leben“ nur wenig beteilige und gerne auf meinem Zimmer bin, wieder gut gemacht. Dies und eine kurze Beschreibung über Allerheiligen in Deutschland hat mir wahrscheinlich erst recht den Wäsche-Service gesichert…;-) Ich kann nichts schlechtes über meine Familie hier sagen und es ist auch eine sehr gute Erfahrung für mich. Trotzdem freue ich mich auf meine „Freiheit“ in Montanita. Ich habe ihnen sogar ein kleines Geschenk besorgt. Im Kaufhaus gibt es einen Laden, der Lebensmittel von überall her hat. Dort hatte ich Paulaner Weißbier entdeckt. Leider sind mit dann 35 $ für die Geschenkpackung (2 Flaschen,1 Glas) dann doch etwas zu viel gewesen. Nun gibt’s komische deutsche Lebkuchen. Ich würde die ja nicht essen, aber es sind viele, sie sind deutsch und der Gedanke zählt.

 

 

Samstag  war ich mit einem Mädel aus der Sprachschule nochmal im „centro historico“. Ich muss nun ehrlich zugeben: Reis und Huhn, ich kann es nicht mehr sehen!!! Ich habe mit Virginia am Mittwoch den Versuch Essen zu gehen und Nudeln zu Essen gestartet und es ging sowas von schief. Es war nicht nur mies, sondern nicht essbar. Gestern habe ich den Versuch mit Salat gestartet. Gut ist zwar was anderes, aber nach 2 Wochen Huhn und Reis und gelegentlich Kartoffel, ist jeder Salat wie ein wahrgewordener Traum!!! Danach gings noch zum Plaza Foch und es wurde wieder etwas länger als geplant…

Gestern war ich nach drei Mal umsteigen mit verschiedenen Bussen am Äquator. War recht unspektakulär und ist eigentlich mehr ein Freizeitpark. Touri-Foto habe ich erledigt und ansonsten die Sonne genossen. Aufregend war v.a. die Rückfahrt. Aber Dank der Hilfe eines freundlichen Wasserverkäufers, der zwar keine Ahnung hatte, was „alemania“ ist, aber aus irgendwelchen Gründen den einen richtigen blauen Bus aus den 20 zur Auswahl stehenden für mich rausgesucht hat (Respekt!!!) bin ich sogar wieder gut heim gekommen. Ohne ihn wäre ich sonst wo raus gekommen. Man muss dem Bus winken, dass er hält. Aber ich weiß ja von weitem nicht, welcher Bus es ist. Kompliziert, kompliziert,… aber das werde ich auch noch lernen.

 

Jetzt geht es nach Monanita und ich freue mich wirklich sehr darauf!!! Quito ist wunderbar und ich freue mich darauf zurück zu kommen, aber ich muss nun einfach „raus“. Ich habe so viele vernünftige (und noch mehr unvernünftige) Ideen/Pläne für die verbleibenden Tage und bin mehr als ungehalten darüber, dass KLM sich so dumm anstellt, was umbuchen angeht.

Achja, ich bin nun übrigens nicht nur laut meiner medi-learn- Auszähl-Sache Ärztin, sondern nun auch ganz offiziell…

Ich freue mich wie schon gesagt sehr auf Montanita und noch mehr, dass ich dort Celine aus der Schule in Quito treffen werde!!! Ecuador ist ein Dorf…

Und dann geht’s auch schon bald nach Galapagos!!! Ich könnte immer noch vor Freude im Kreis tanzen. Allein schon das Wort „Galapagos“ macht mich glücklich. Ich könnte ewig all die Tiere gogglen…  Virginia und ich haben nun auch ganz offiziell unsere Reiseunterlagen, inkl. allen Belegen, Tickets, usw.

 

Meinen nächsten Bericht werde ich aus Montanita schreiben!!! JAAA!!! Strand, Meer,… und mein für mich peinlicher Surfkurs…;-)

 

Ich wünsche allerseits noch ein wunderschönes Wochenende und obwohl ich nur sehr unregelmäßig Internet habe, freue ich mich sehr über jede Nachricht aus der Heimat!

 

Fotos… ja ich weiß… und ich habe auch schon ein paar „vorbereitet“… Wenn ich am Sontag ein gutes Internetcafe finde, werde ich mich ans Werk machen.

5.11.11 16:01


Bericht Nummer 4, kurzer Zwischenstand

Ich lebe noch… Und wie!!!

Stimmungscheck: mui mui bien!!!

 

 Ich komme nur nicht dazu länger zu schreiben, bzw. überhaupt sowas wie Internet zu nutzen.

Wochenende war grandios, unbeschreiblich, mehr als ich je erwartet hätte!!! Bericht folgt…!!!

Nun bin ich in meiner Gastfamilie angekommen. Um ehrlich zu sein, fühle ich mich dort ein wenig unwohl. Meine Gast-Eltern sind unfassbar freundlich und mehr als gut zu mir. Trotzdem ist der Wechsel von „Besser-geht’s- nicht-WG“ zu „Wieder-daheim-bei-Mama“ etwas unangenehm für mich. Aber wie schon gesagt, die beiden sind sehr sehr lieb und sehr bemüht. Aber mir ist das momentan noch etwas fremd. Ich brauche wahrscheinlich noch ein paar Tage bis ich mich daran gewöhnt habe.

Meine Familie ist gleich neben der Sprachschule, d.h. oben am Berg, d.h. Abends schon mal SICHER nicht ohne Taxi heim. In meiner Straße ist ein Wachdienst, der sehr freundlich ist und mir bei meiner Ankunft, als ich mit dem Taxifahrer über die richtige Hausnummer diskutiert habe, sehr behilflich war. Positiv ist, dass sie die weiße Irgendwas nun kennen und ich nicht den Taxifahrer den Umweg fahren lassen muss (ist Einbahnstraße), sondern ich kann an der Ecke aussteigen und werde brav bis vor die Türe begleitet. Bis zu meinem Zimmer muss ich drei Schlösser überwinden. Den Wachhund, angeblich ein Schäferhund, habe ich bisher nur akustisch wahrnehmen dürfen. An den Hauswänden sind überall Kameras und Glasscherben oder Draht angebracht. Ich fühle mich also sicher und ich halte mich auch daran, dass sobald die Sonne untergeht, es nie eine andere Option außer Taxi gibt.

 

Meine Pläne haben sich etwas geändert. Eigentlich sollte ich diese Woche in einer Gruppe Unterricht haben. ABER: Donnerstag und Freitag ist hier Feiertag!!! Daher keine Schule, d.h. nur drei Tage Unterricht. ABER: Wenn man Einzelunterricht hat, wir dieser am Nachmittag nachgeholt. ALSO: Da ich und Xavier aber sowas von harmonieren und ich in einer Woche so viel gelernt habe, wie ich mir für die drei Wochen vorgenommen habe, will ich nun mehr!!! D.h. ich habe meinen Gruppenunterricht gegen Einzelunterricht getauscht und habe nun jeden Tag 6-7 Stunden Schule, von 8.30 bis 16.00 Uhr. Ja ich bin beschäftigt und ja ich bin ein Streber! Und ja, ich habe trotzdem noch viel zu viel Zeit für dumme Gedanken…

Schade ist, dass die Schule von Donnerstag bis Sonntagabend einen Ausflug in den Dschungel macht. Leider kann ich nicht mitkommen, denn die Alternative wäre, dass ich erst am Montag nach Montanita kommen würde und ich möchte von der kurzen Zeit dort nicht all zu viel verpassen. Früher zurück klappt bisher noch nicht, aber die Leute  von der Schule versuchen gerade für mich was zu organisieren. Ansonsten fällt mir bestimmt auch in den zwei Tagen etwas ein, dass ich machen könnte. Z.B. endlich mal Schlafen. Schule, Ausflüge, abends unterwegs sein (was übrigens eine wirklich interessante Angelegenheit hier ist&hellip, das mit dem Schlaf klappt irgendwie nicht immer so ganz.

 

Und nun, neben meinem letzen Wochenende, von dem ich sobald ich dazu komme in allen Einzelheiten berichten werde, zu dem ABSOLUTEN HIGHLIGHT! ! ! ! !

 

BIENVENIDOS GALAPAGOS ! ! ! !

JAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Kaum zu glauben, aber ich habe es geschafft diese Reise zu buchen!!! Virginia, meine (leider!!!) ehemalige Mitbewohnerin, und ich werden uns zusammen auf den Weg ins Paradies machen. 5 Tage Kreuzfahrt, inkl. Essen, Bespaßung, Schnorcheln, Reiten,… Alles was nur geht!!! Nachteil: ich muss einen Tag früher aus Montanita abhauen. Vorteil: GALAPAGOS ! ! ! Virginia holt mich in Guayaquil ab und dann geht’s ab zur Romantik-Kreuzfahrt!!! Ich freue mich so sehr. Und nebenbei: ich habe die Reise auf Spanisch gebucht!!! An dieser Stelle mal ein großes Lob an Xavier…

 

Das war es nun in Kürze. Ich könnte so viel schreiben und erzählen und hoffe, dass ich es endlich bald schaffe ein paar Bilder zu schicken.

 

Ich muss nun brav in die Schule und werde hoffentlich bald dazu kommen euch ausführlich zu berichten!!!

 

(Nach der Schule können wir übrigens unsere Reiseunterlagen abholen… AHHH!!! Wie aufregend!!! Ich freu mich so!!!)

 

Hasta luego!!!

 

P.S.: wer Zeit und Lust hat, könnte für mich herausfinden, wie und wo man in Deutschland Bananen Chips bekommt. Aber nicht dieses Trocken-Obst-Zeugs, sondern gesalzen, angeblich ohne Cholstesterin und nur 250 Kalorien. ICH BRAUCHE DIE GANZ DINGEND DAHEIM ! ! ! Ansonsten bin ich mitten in der Huhn-Reis Diät und bin überrascht, dass ich es immer noch gut essen kann…;-)

 

1.11.11 14:32


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